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Fahrtenbuch für Unternehmer

24.07.2013 - Betriebliche Fahrzeuge werden oft auch privat genutzt. Der Nachweis der betrieblichen und privaten Kilometer anhand eines Fahrtenbuchs ermöglicht die Aufteilung der tatsächlichen Aufwendungen für das Fahrzeug.

Pauschale Besteuerung

Häufig kann der Privatanteil nach der Ein-Prozent-Methode versteuert werden. Jeden Monat wird die private Nutzung pauschal mit einem Prozent des Listenpreises zum Zeitpunkt der Erstzulassung, zuzüglich der Kosten für Sonderausstattung, angesetzt. Die Fahrten zum Betrieb erhöhen den Wert der privaten Nutzungsentnahme mit 0,03 Prozent je einfachem Entfernungskilometer. Diese Methode ist laut Claudia Stamm von der Stamm Steuerberatung nicht immer von Vorteil. Der Nachweis der betrieblichen und privaten Kilometer anhand eines Fahrtenbuchs könne bei einem niedrigen privaten Anteil, die steuerlichen Konsequenzen zugunsten des Steuerpflichtigen verbessern.

Wer hat ein Fahrtenbuch zu führen

Unternehmer können bei Fahrzeugen im Betriebsvermögen bei bis zu 50 Prozent betrieblicher Nutzung einen vereinfachten Nachweis für die betriebliche Nutzung führen. Bei mehr als 50 Prozent betrieblicher Nutzung gehören die Fahrzeuge zum notwendigen Betriebsvermögen. In diesem Fall kommt entweder die Ein-Prozent-Methode oder der Nachweis mittels Fahrtenbuch zur Anwendung.

Wie ist ein Fahrtenbuch zu führen

Das Fahrtenbuch ist so zeitnah wie möglich und lesbar zu führen. Die Fahrten sind am selben Tag zu dokumentieren; die Dokumentation auf Zetteln und der spätere Eintrag ins Fahrtenbuch am Wochenende sind nicht ausreichend. Die Dokumentation in einer in sich geschlossenen Form kann auch elektronisch erfolgen. Veränderungen dürfen weder in Papierform noch in elektronischer Form ohne Kenntlichmachung möglich sein. Zu jeder Fahrt sind konkrete Angaben zu machen: Datum der Reise, Start und Reiseziel, Reisezweck, Kilometerstand bei Beginn und Ende, gefahrene Kilometer, Art der Fahrt, Reiseroute bei Umwegen.

Fahrtenbuchmängel

Die ordnungsgemäße Führung des Fahrtenbuchs ist Voraussetzung für den Nachweis der Aufteilung privater und betrieblicher Fahrzeugkosten. Bereits bei geringsten Mängeln wird das Fahrtenbuch als unwirksam eingestuft und verworfen. Als Folge wird die Ein-Prozent-Methode angewandt, wenn die betriebliche Nutzung mehr als 50 Prozent beträgt. In den anderen Fällen erfolgt eine Schätzung.

redaktionell verantwortlich: mittelstanddirekt